Volumen föhnen

Wie föhne ich Volumen?

Vorab: Die Unterschiede zwischen falschem und richtigem Föhnen sind so groß, wie die Unterschiede zwischen den Haarstrukturen.

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Aber fangen wir mit dem richtigen Föhn an: Gibt es wirklich Föhns, die beim Föhnen auch pflegen können? Ja, es gibt sie: Aber nur wenn ein Hochvolt-Generator eingebaut ist, wie z.B. bei den „Jaguar“ Geräten. Dieser Hochvoltgenerator erzeugt ein Hochvoltfeld von 4 KV oder 5 KV. Die Luft im Haartrockner wird durch das Hochvoltfeld geblasen und wird dabei mit negativ geladen Teilchen (Ionen) angereichert. Diese mit Ionen angereichte Luftmenge wird auf das nasse Haar geblasen. Die Ionen spalten das Wasser in kleinste Wassermoleküle auf. Dies wiederum hat 2 Effekte:

1. Die kleinen Wassermoleküle können schneller verdunsten. Dadurch kann das Haar in einer kürzeren Zeit getrocknet werden. Nach gesicherten Messungen ist die Trocknungszeit ca. 20% kürzer.

2. Die übrig gebliebenen und nicht verdunsteten Wassermoleküle können in den Haarschaft (Cuticula) eindringen. Dadurch wird die Kitmasse im Haar feucht und gesund erhalten. Dieses feuchte Kontinuum im Haar sorgt dafür, dass das Haar glänzender und elastischer ist.

Booster

 

 

 

 

 

 

Wir verwenden bei ausschließlich HD BOOST IONIC-Haartrockner der Firma Jaguar/Solingen. Unsere Kunden kommen also in den Genuss kürzerer Trocknungszeiten mit zusätzlichem Pflegeeffekt. Erst mit diesem Informationshintergrund über Haarföns bzw. deren Wirkungsweise können wir uns nun dem Volumenfönen widmen. Aber jedes Haar ist anderes und die richtigen Techniken für schönes Volumen, sind deshalb auch von Haar zu Haar etwas unterschiedlich. Das zentrale Problem doch, dass das Haar nach dem Trocknen schnell wieder zusammenfällt. Das kommt natürlich vom ganz normalen Kopfhaut-Sekret, welches sehr schnell wieder zu einem glatten Ansatz führt. Ziel muss es also sein, den Haaransatz länger von der Kopfhaut fern zuhalten. Deshalb ein paar Tricks hierzu:

Bei uns geht gar nichts ohne Volume-Booster

Der Volume-Booster ist ein Spezial-Sprühfestiger, der die Haare einfach länger vom Ansatz weghält, wenn man dazu noch die richtigen Anzatz-Föhntechnik einsetzt: Nach dem Waschen das gut vorgetrocknete Haar, über Kopf im Nacken beginnend passéeweise am Ansatz besprühen. In Längen und Spitzen sollte man zusätzlich einen Hitzeschutz (HEAT PROTECTOR) aufsprühen. Achten Sie aber darauf, dass die Haare schon gut luftgetrocknet, (in Längen und Spitzen) sind, damit Sie sie nicht überdehnen beim Fönen. Wenn der Volume-Booster dann Passée für Passée ans Haar, sehr nahe am Ansatz, aufgesprüht wurde, sollte man die Haare bei leichter Föhntemperatur gegen den natürlichen Fall vom Ansatz weg fast trocken anföhnen. Nehmen Sie dazu für den Ansatz eine „Danman-Bürste“ (Kautschuck mit abgerundeten, antistatischen Borsten, eine für die Längen und Spitzen hervorragende Rundbürste. Besser sind natürlich drei Rundbürsten zur gleichen Zeit zu verwenden. Denn dann kann die erste mit Haaren eingedrehte Bürste auskühlen, während man mit der anderen weiterarbeitet und bevor man wieder die erste aus dem Haar nimmt, wird die dritte benutzt.

Der Durchmesser der Naturhaarborsten sollte je nach Lockenwunsch gewählt werden. Soll es nur ein leichter Schwung beim sehr langen Haar sein, empfiehlt es sich, Bürsten mit einem Durchmesser von 110 mm zu wählen. Für mittellanges Haar empfiehlt sich ein Durchmesser von 80mm; für stärkere Locken und Wellen bei bis maximal mittellangem Haar ein Bürstendurchmesser von 33mm. Und für stärkere Locken und kürzere Haare sollte man bis auf 12mm Bürstendurchmesser heruntergehen.

Stützhaare wirken Wunder

Bei kurzem Haar ist neben einem Booster ein weiterer Trick empfehlenswert. Lassen Sie sich von einem Friseur, der das auch wirklich gut kann, an den richtigen Stellen sogenannte „Stützhaare“ einschneiden. Dabei werden die unter dem Deckhaar liegenden Haare mit einer speziellen Schneidetechnik zwischendurch gekürzt. Sie geben dann, weil sie sich gegenseitig abstützen, einen wunderbaren Halt und sorgen für noch mehr Volumen. Aber Achtung! Dieser Volumenhaarschnitt darf nur in ganz bestimmten Intervallen geschehen, sonst droht ein „Extrem-Kurzhaarschnitt“. Bei sehr langen Haaren bringt diese Technik übrigens nichts! Eine andere Möglichkeit ist das gleiche Anfangsvorgehen mit dem Unterschied, dass man die Haare alle fast völlig trocken werden lässt, um sie dann mit beflockten spezial Heizwicklern sehr großzügig einzudrehen. Es gibt dazu „Greifklammern“, die man einfach überstülpt. Dann sachte mit Volume-Booster darüber sprühen, wenig mit dem Ionen-Föhn darüber blasen und auskühlen lassen. Nach rund 30 Minuten mit großzackigem Holzkamm über Kopf durchkämmen – fertig.

Merke: Je enger die Passées, je nasser die Haare, je länger die Trockenzeit, desto kleiner und voluminöser die Locken.

Beim Arbeiten empfiehlt es sich, große Klemmen zum Abteilen der Haare zu verwenden, damit man es beim Aufbringen des Volume-Booster und auch beim Föhnen leichter hat. Aber bitte niemals von Außen nach Innen föhnen! Das führt erstens nicht zu Volumen und zweitens sind die äußeren Haare natürlich schon „geröstet“, bis der Ansatz trocken ist! Letzter Tipp für ganz feine Haare: Alles ist super geföhnt, aber am Hinterkopf ist auch das Nachfönen mit dem Volume-Booster am nächsten Tag schiefgegangen, die sehr feinen Haare wollen einfach kein Volumen mehr hergeben. Was tun? Waschen? Nein! Die Lösung ist: Volume-Powder!

Volume-Powder ist für die Anwendung im trockenen bzw. bereits geföhnten Haar entwickelt. Man verwendet es am besten wie einen Salzstreuer und streut es ganz gezielt direkt an die gewünschten Bereiche, dazu kann man z. B. mit den Fingern grobe Scheitel ziehen und so das Pulver an den Ansatz bringen. Anschließend mit den Fingern vorsichtig einarbeiten und fertig ist der Look. Für den gewünschten Effekt braucht man nur wenig Produkt; ähnlich wie bei allen anderen Stylingprodukten entsteht bei Überdosierung ein ungewollter Effekt, wie z. B. strähniges Haar.